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› Juli 2008 - Nachgefragt: Abgelaufene Gartenwasserzähler

Alexander Niemann von der Wasser Nord klärt auf

Anfang Juli erreichte über 500 Haushalte in Hohen Neuendorf und Glienicke ein Schreiben der Wasser Nord. Es kündigte an, dass bereits 2006 abgelaufene Privatwasserzähler aus der Abrechnung genommen werden mussten.

Was es mit diesen Privatwasserzählern auf sich hat und welche Konsequenzen der Ablauf hat, wollten wir von der Wasser Nord wissen. Alexander Niemann, Teamleiter des Kundenservice des Wasserversorgers, klärt auf.

Was ist ein Privatwasserzähler?

Niemann: Wer seinen Garten sprengt, seinen Pool oder Teich mit Wasser füllt, hat in der Regel einen Gartenwasserzähler auch Privatwasserzähler oder PWZ genannt. Der Kunde nutzt somit Trinkwasser für seinen Garten, welches nicht in die Kanalisation einfließt. Damit er also auch keine Abwassergebühren dafür entrichten muss, hat er einen solchen Zähler. 

Und warum läuft er ab?

Niemann: Jeder Wasserzähler hat nach dem Eichgesetz eine Eichfrist. So soll gewährleistet werden, dass keine Messfehler auftreten. Nach Ablauf von sechs Jahren, muss ein PWZ gewechselt werden. Bei den Trinkwasserzählern ist das soweit kein Problem. Dort wenden wir uns an unsere Kunden und schlagen ihnen einen Wechseltermin vor. Den Wechsel selbst nehmen unsere Leute vor Ort vor. Nicht so bei den PWZ.

Was ist hier anders?

Niemann: Abwasser ist Angelegenheit der Städte und Gemeinden. Die entsprechenden Regelungen dazu finden sich in den Satzungen von Glienicke und Hohen Neuendorf. Diese sehen vor, dass sich die Haushalte selbst um den Wechsel kümmern müssen. Im Fall von Hohen Neuendorf und Glienicke führt die Wasser Nord auch die Abwasserabrechnung durch und informiert deshalb die Haushalte noch einmal separat über auslaufende Eichfristen der PWZ. Dieser Hinweis befindet sich übrigens immer am Ende des Gebührenbescheides. Es gilt also: „Steht nichts auf dem Gebührenbescheid zum PWZ, besteht auch kein Handlungsbedarf.“ Nicht wenige Haushalte versäumen leider trotzdem, ein zugelassenes Installationsunternehmen (Klempner) mit dem Wechsel zu beauftragen.

Und worin liegt das Problem?

Niemann: Noch gibt es kein Problem. Die Stadt bzw. die Gemeinde zeigt sich zunächst kulant und gewährt ein Jahr Toleranz. Nur gibt es leider immer noch Haushalte, die es nach diesen dann sieben Jahren, trotz Erinnerungen, nicht geschafft haben, ihren PWZ wechseln zu lassen.

So geschehen bei den über 500 Haushalten?

Niemann: So ist es. Die Ablesung aller Wasserzähler durch unsere Kunden erfolgt für die Abrechnung immer im Oktober. Wenn der Privatwasserzähleralso sieben Jahre alt ist und bis Oktober nicht ausgewechselt wurde, muss er aus unserem Abrechnungssystem genommen werden. Das bedeutet dann, dass Abwassergebühren auch für die im Garten versprengten Mengen Trinkwasser fällig werden. Und zwar rückwirkend zum letzten Ablesergebnis, hier also Oktober 2007. Die Abwassergebühr berechnet sich ja aus dem insgesamt verbrauchten Trinkwasser abzüglich des „Verbrauches“ über den PWZ in der Abrechnungsperiode.

Sie erwähnten bislang nur Hohen Neuendorf und Glienicke. Wie aber verhält es sich mit Ihren Kunden aus den übrigen Gemeinden, im Bereich des Zweckverbandes Fließtal?

Niemann: Da ein PWZ nur im Bereich der Abwasserabrechnung relevant ist und der Zweckverband seit dem 01.01.2005 nicht mehr über Wasser Nord abrechnen lässt, bitten wir unsere dortigen Kunden, sich in diesen – also Abwasser betreffenden - Fragen an den Zweckverband zu wenden, auch wenn die grundsätzlichen Aussagen (wie bspw. zum Eichgesetz) natürlich auch dort Bestand haben.

Was mache ich, wenn ich zu den angeschriebenen Haushalten gehöre oder wenn ich wissen will, worauf ich beim Wechsel achten muss?

Niemann:Bitte suchen Sie sich ein zugelassenes Installationsunternehmen Ihres Vertrauens. Drücken Sie diesem das dem Anschreiben beigefügte Wechselformular - Sie können sich aber auch jederzeit ein Wechselformular durch die Wasser Nord zuschicken lassen - in die Hand, lassen den Wechsel und das Ausfüllen des Formulars erledigen und schicken es dann an uns.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Niemann.